Wissenswertes für den Imker Anfänger

Aufwand an Zeit und Geld

Wie viel Zeit und Geld kostet mich die Imkerei?
Pauschal ist diese Frage nicht zu beantworten.
Wie viel Imkerei wollen Sie?

ist die passende Gegenfrage..

 

Hobby-Imker am Anfang

Zuerst gibt es viel zu lernen. Jeder Handgriff dauert länger als bei einem erfahrenen Imker. Es empfiehlt sich, einem erfahrenen Imker über die Schulter zu schauen und um Tipps zu fragen.

Imkervereine und Bieneninstitute bieten Kurse und Workshops an. Sie sollten von diesem Angebot Gebrauch machen.


Nicht vergessen: Die Betriebsnummer beantragen!

Jeder Imker der mit der Bienenhaltung beginnt oder bereits Bienen besitzt, muss beim zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten den Antrag auf Zuteilung einer Betriebsnummer stellen.

Das Formular kann auf der Seite des Landes-verbandes heruntergeladen werden unter:

http://www.lvbi.de/uploads/tx_rtgfiles/Antrag_Zuteilung_Betriebsnummer_Neu.pdf

Diese zwölfstellige Nummer besteht aus der achtstelligen amtlichen Schlüsselnummer, welche durch das Statistische Bundesamt vergeben wird, sowie einer vierstelligen Betriebsnummer der Imkerei. Die Re- gistrierungsnummer des Betriebes ist bundes-weit einmalig. Bei einem Umzug in einen anderen Dienstbereich, heißt in eine anderen

Veterinärzuständigkeitsbereich, ist eine neue Meldung durch den Imker notwendig, hierbei wird auch eine neue Registrierungsnummer durch das Amt vergeben. Eine automatische Meldung des bisherigen Veterinäramtes an das neu zuständige Amt erfolgt nicht.

 

Die Zuteilung der Betriebsnummer ist kostenlos.


Fördermöglichkeiten

Jeder Jungimker/Imker hat die Möglichkeit für seine Investitionen Fördermittel zu beantragen.

Näheres ist hier zu finden : >>klick<<


Zeitaufwand

Statistisch gesehen besitzt der typische Hobby-Imker

8 Völker. Aber die Spannbreite ist groß. Die meisten beginnen mit 2-3 Völkern. Engagierte Hobby-Imker betreuen bis zu 20 Völker und mehr.

Gehen wir von 8 Völkern aus und nehmen wir an, sie stehen an 3 verschiedenen Standorten.

Während Frühjahr und Sommer muss man die Völker und die mögliche Tracht im Auge halten.

Geht die Blütezeit einer Trachtpflanze zuende, so müssen die Beuten eventuell umgesetzt werden.

Schlägt das Wetter um, sollte kontrolliert werden, ob die Beuten ausreichend geschützt sind.

Bei einer trachtlosen Phase innerhalb der Saison muss nachgeschaut werden, ob in den Völkern ausreichend Vorräte vorhanden sind.

Oder kommt ein Volk in Schwarmstimmung?

Also ist man ein- bis zweimal die Woche bei den Völkern.

Der Winter ist generell die Zeit der Ruhe.

Es reicht völlig aus alle 3-4 Wochen die Beuten von außen zu überprüfen.

Ausrüstung für den Anfang

Beute Kleidung Smoker Werkzeuge Honigschleuder Gerätschaften zum Rähmchenbau

Für einen kompletten Einstieg muss der Hobby-Imker oder die Hobby-Imkerin mit Anschaffungen für etwa 1.600 € rechnen. Aber man muss nicht alles auf einmal kaufen. Für den Anfang werden Sie Alles zur Bienenhaltung notwendige anschaffen. Man beginnt mit 2 oder 3 Völkern und benötigt entsprechende Unterkünfte, Beuten, für die Völker.

Auch eine entsprechende Schutzkleidung ist notwendig.

Im zweiten oder dritten Jahr schafft man meist eine Honigschleuder an. Vielleicht hat sich bis dahin auch die Zahl der Völker schon verdoppelt.

Man kann viel Geld sparen, wenn man einige Dinge gebraucht kauft. Sie sollten Kontakt zum örtlichen Imkerverein aufnehmen und fragen, ob man dort von Angeboten weiß. Ebenso gibt es im Internet die bekannten Auktionen mit Motto „ 3, 2, 1 ... meins“. Auch dort gibt es eine Kategorie zur Imkerei. Ein Blick lohnt sich.

Erfahrener Hobby-Imker

Nach 1 bis 2 Jahren haben Sie die Sache im Griff. Sie entscheiden wie viele Völker Sie halten und damit wie viel Sie investieren. Wollen Sie sich im örtlichen Imkerverein engagieren?

 

Berufs- und Nebenerwerbsimkerei

Wer einen Teil seines Lebensunterhaltes mit der Imkerei bestreitet, wird sicherlich 30 Völker und mehr besitzen. Wer ganz von der Imkerei leben will, braucht einige hundert Völker.

Der zeitliche Aufwand richtet sich nach der Jahreszeit. Im Frühjahr und Sommer ist mehr zu tun. Der Winter ist eine ruhige Zeit.


Beute - die Unterkunft für das Volk

Oberbehandlungsbeuten aus Holz und Kunststoff

Die sogenannte Oberbehandlungsbeute ist heute sehr verbreitet. Sie heißt "Oberbehandlungs", weil man sie von oben öffnet.

Ein typisches Beispiel ist die Magazinbeute. Ihr Vorteil ist, dass sie modular aus Zargen aufgebaut wird. Je nach Bedarf des Volkes kann eine Beute aus 1, 2 oder gar 3 Zargen aufgebaut werden. In einer komplett gefüllten Zarge hängen etwa 10 Rähmchen. Ein Rähmchen entspricht einer Wabe. Die mit dieser Beutenform verbundene Betriebsweise nennt man "Magazinimkerei".

Die Zargen gibt es aus Holz und Kunststoff. Für den Anfang braucht man etwa 6-7 Zargen, um daraus 2 oder 3 Beuten zu bauen. Dazu gehören etwa 100 Rähmchen, 3 Bodenbretter und 3 Deckel. In die Zargen werden Rähmchen eingehängt. Die Rähmchen können nach Bedarf einsetzt und entnommen werden. Man spricht daher von mobilen Rähmchen und Mobilbeuten.

Eine andere Form ist die Hinterbehandlungsbeute. Wie der Name sagt, öffnet man die Beute von der dem Flugloch abgewandten Rückwand. Die Rähmchen werden hier nach hinten herausgezogen. Diese Form der Beute wird häufiger in Bienenständen und Wanderwagen verwendet.

Der typische Bienenkorb, der Stülper, hat heute nur noch historische Bedeutung. In ihm werden keine Rähmchen verwendet. Die Bienen bauen ihre Waben direkt in die Beute, Stabilbeute. Kontrolle und Ernte sind hier deutlich aufwendiger.

Kleidung

 Bei der Arbeit mit Bienen sollte man weiße oder sehr helle Kleidung tragen. Auf dunkler Kleidung lassen sich Bienen eher nieder. Die Kleidung sollte luftig sein, aber Arme und Beine möglichst bedecken. Ein heller Hut ist hilfreich, damit sich die Bienen nicht in den Haaren niederlassen und sich verfangen können.

 

Der Imker-Anzug

Zu einem vollständigen Imkeranzug gehören Jacke und Hose. Er besteht aus einem weißen, derben Stoff. An Bündchen und Hals sollte die Kleidung anliegen, damit vor allen Jungbienen nicht hineinkriechen. Imkerhut mit Schleier und Imkerhandschuhe mit langen Stulpen vervollständigen die Schutzkleidung. Dazu gehören geschlossene, halbhohe Arbeitsschuhe..

Viele Imker arbeiten ohne Handschuhe und Schleier. Die Bienen sind auf Sanftmut gezüchtet. Aber es gibt Tage, da braucht man die vollständige Schutzkleidung. Auch sanftmütige Bienen werden an trachtlosen Tagen im Sommer aggressiv. Sie wehren sich dann gegen die Räuberei durch andere Völker oder den Imker.

Smoker oder Dathepfeife

Feuer bedeutet für Bienen eine Gefahr. Nehmen die Bienen Rauch wahr, beginnen sie damit, sich auf eine Flucht vorzubereiten. Sie suchen die Honigwaben auf und nehmen Honig in ihre Honigblase als Vorrat auf.

In der Imkerei nutzt man dieses Verhalten. Man gibt Rauch auf eine geöffnete Beute, um die Bienen für kurze Zeit in und auf den Waben zu halten. Rauch ermöglicht es, an einem unruhigen, stechlustigen Volk zu arbeiten.

Gebraucht wird ein Rauchgenerator. Früher war dies typischerweise die Imkerpfeife. Die Pfeife wurde zuerst durch den Imker Dathe beschrieben. Sie wird auch Dathe-Pfeife genannt. Pfeife ist nicht ganz richtig, weil man bläst in die Pfeife hinein. Als „Tabak“ dienen Buchenspäne, Heu oder Kräuter.

Die Pfeife wird heute durch den Smoker verdrängt, der durch einen Handblasebalg betrieben wird. Der Smoker enthält einen größeren Vorrat an „Tabak“. Viele Imker finden den Smoker angenehmer, da man weniger Rauch einatmet.

Werkzeuge: Abkehrbesen, Stockmeißel und Zerstäuber

 

Mit einem Abkehrbesen fegt man Bienen von einer Wabe. Es ist die sanfte Art, Bienen von einer Wabe zurück in die Beute zu bewegen. Früher wurden dazu Federn verwendet.

Stockmeißel

Wenn es klemmt, ist ein Stockmeißel ideal. Häufig sitzen die Rähmchen in einer Zarge fest. Die Bienen haben dann ganze Arbeit geleistet und die Waben mit Propolis eingekittet. Mit dem Stockmeißel kann man zwischen zwei Rähmchen gehen und ein Rähmchen hebeln. Die andere Seite des Meißels hat eine scharfe Klinge, mit der man Propolis und Wachs abschaben kann.

 

Zerstäuber

Ein Zerstäuber dient dem Verteilen von Wasser. Nasse Bienen sind schwer, kühlen aus und fliegen kaum auf. Man kann Bienen damit auf den Waben halten. Wasser ist eine Alternative zum Rauch.

Honigschleuder

Honigschleudern gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Einfache Schleudern werden über eine Handkurbel angetrieben. Andere besitzen einen elektrischen Antrieb.. Alles was in direkten Kontakt mit dem Honig kommt, sollte aus Edelstahl sein. Das sind speziell Wabenkorb und Kessel. In den Wabenkorb werden die entdeckelten Honigwaben eingehängt.

An der inneren Wandung des Kessels sammelt sich der geschleuderte Honig und fließt nach unten. Honigwaben haben zwei Seiten. Das bedeutet, nachdem der Honig aus der ersten Seite geschleudert wurde, muss die Wabe gedreht werden. Sie wird dann ein zweites Mal geschleudert. Komfortable Schleudern drehen die Waben automatisch.

Außer der eigentlichen Schleuder braucht man zur Honigernte noch eine Art Gabel, um die Deckel der Honigzellen zu entfernen. Außerdem wird ein grobes und ein feines Sieb aus Edelstahl benötigt, um nach dem Schleudern grobe und feine Partikel aus dem Honig zu sieben.

Gerätschaften zum Rähmchenbau

- Rähmchen bauen und Mittelwände einlöten

Eine große Erleichterung für die Imkerei war die Entwicklung der Magazinbeuten und der genormten Rähmchen. Nur Waben, die von den Bienen in Rähmchen gebaut wurden, lassen sich schleudern. Die Rähmchen sind aus Holz und geben den Waben eine größere Stabilität. Die Rähmchen haben standardisierte Maße, so dass man sie zwischen den Beuten austauschen kann.

Meist werden die Holzrahmen fertig gekauft. Sie müssen dann noch mit einer Verspannung aus rostfreiem Draht versehen werden. Auf den Draht werden Mittelwände aus Bienenwachs aufgelegt und durch kurzes Erhitzen der Drähte angeschmolzen.

Rähmchen, Draht, eine Zange und ein Handgerät zum Spannen des Drahtes werden gebraucht. Für das Einbringen der Mittelwände braucht man noch eine Stromquelle mit niedrigem Spannungsausgang. Geeignet sind Geräte, wie sie zum Laden einer Autobatterie verwendet werden.

Bienen - das erste Volk

„Das erste Volk“ ist nicht ganz richtig, weil man mit 2-3 Völkern beginnen sollte . Der Umgang mit dem einzelnen Volk (Völkerführung) ist dann einfacher. Ist die Entwicklung eines Volkes schwach, so ist es gut, wenn man 1 oder 2 Völker in der Hinterhand hat. Von einem Volk können Arbeiterinnen entnommen und einem schwachen Volk gegeben werden. Defizite können so ausgeglichen werden.

Bienenvölker kann man mitsamt ihren Waben bei einem Imker erwerben. Der lokale Imkerverein hilft gern bei der Suche. Auch große Imkereien oder Bieneninstitute geben Völker ab, wenn sie einen Überschuss haben. Das ist aber von Jahr zu Jahr unterschiedlich.

Bienenschwarm

Und es gibt immer wieder Hobby-Imker, die mit dem Schwarm, der plötzlich im Garten hängt, anfangen. Die Geschichte passiert jedes Jahr. Ein Schwarm ist im Garten. Man ruft einen Bekannten, der Imker ist, herbei. Er soll den Schwarm entfernen. Aber vielleicht ist das Schauspiel so faszinierend, dass man die Bienen behält. Wenn man Glück hat, verleiht der Imker eine Beute als erste Behausung für das Volk. Und am Ende gibt es einen neuen Hobby-Imker oder eine neue Hobby-Imkerin.